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Aktuelle Ausgabe: 9/2026

Rechte Normalität?

Rechte Normalität? Oft wird zu schnell behauptet, dass daran schon nichts mehr zu ändern sei. Oft unterschätzt die Mehrheitsgesellschaft sich selbst. Rechts mag (wieder) normaler geworden sein, europaweit: Aber das ist nun wirklich noch nicht das Ende der Debatte. Denn darum geht es ja stets beim Thema rechte Normalität: um das Hinterfragen eines Trends, der nicht hinzunehmen ist. Im Wahlmonat September schon gar nicht.

Editorial

Es ist wirklich paradox: Einerseits ist die Gesellschaft heute so bunt wie nie, andererseits breitet sich Schwarz-Weiß-Denken aus. Einerseits können Kontraste, auch politische, anregend sein – wenn denn Diskurs dazu tatsächlich stattfindet. Andererseits breiten sich bis in die Mitte der Gesellschaft hinein Haltungen aus, die wieder auf Ausgrenzung und Autorität setzen. Als neue Normalität, längst nicht immer aggressiv, manchmal geradezu bieder daherkommen, mitten unter uns. » Lesen

Von Richard Meng
  • Wie demokratiefeindliche Positionen den Diskurs erobern – und was man dagegen machen kann»Ist halt jetzt so«

    Rechtsextreme Narrative werden zur Normalität – nicht nur in der Migrationsdebatte, sondern in Sprache, Politik und Bildung. Was vor wenigen Jahren noch als skandalös und undemokratisch galt, ist heute Teil des Mainstreams. Dieser Prozess ist kein Zufall, sondern Ergebnis gezielter Strategien.

    Von Sophia Oppermann | Ausgabe 9/2026
  • Nachschlag: Vom Umgang mit Menschen

    Andere Länder, andere Sitten. Im Zeitalter des Massentourismus weiß jeder, dass das stimmt. Hier isst man mit Messer und Gabel, da mit den Fingern, und dort mit Stäbchen. Hier gibt man sich die Hand (außer während der Pandemie), dort verbeugt man sich. Macht das etwas aus? Das kann man doch lernen! Allein, manche tun das nicht, sondern geben darum einen sh * t.

    Von Florian Coulmas | Ausgabe 9/2026
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Interview

»Die Antwort ist: gerechte Anstrengung«

Ein Gespräch mit dem Soziologen Heinz Bude über schlechte Stimmung und Wege aus der Ratlosigkeit

dafür & dagegen

dafür & dagegen

NEINVon Johanna Börgermann

Alle Artikel dafür & dagegen
Dossier

Gerechtigkeit

  • Das sozialdemokratische Verständnis von Gerechtigkeit Worum es geht

    Von Thomas Meyer
  • Was eine neue sozialstaatliche Politik anpacken müssteAufbau – Umbau – Abbau

    Von Wolfgang Schroeder
  • Hans-Jochen Vogel – (nicht nur) Vorkämpfer für eine gerechte Bau- und Bodenpolitik Sein Lebensthema

    Von Benno Haunhorst

Artikel aus vergangenen Ausgaben

  • Gewerkschaften und Sozialdemokratie – gemeinsam für Demokratie und Sozialstaat Solidarisch Sicherheit organisieren

    Was historisch betrachtet vor allem gegen die Arbeiterbewegung zustande kam, ist heute Kernbestandteil sozialdemokratischer und gewerkschaftlicher Programmatik: soziale Absicherung und solidarische Finanzierung nicht als willkürliche karitative Leistungen, sondern als gesetzlich und staatlich organisierte und garantierte Ansprüche. In der heutigen Welt braucht eine moderne Sozialordnung kluge Organisation auf allen Ebenen, um die Rechtsansprüche, die sie formuliert, auch erfüllen und Gerechtigkeit verwirklichen zu können.

    Von Klaus-Heinrich Dedring/ Knut Lambertin | Ausgabe 7/8/2026
  • Warum Empathie für Andere cooler ist als etwa aufgeheizte Debatten über vegane Schnitzel Sich für Menschen Erwärmen

    Neben der drohenden Klimakatastrophe macht mir eine zweite Temperaturerhöhung große Sorgen: Die Überhitzung des gesellschaftlichen Klimas. Kaum ein Thema kann inzwischen in fröhlicher Gelassenheit oder ruhiger Sachlichkeit diskutiert werden.

    Von Christoph Sieber | Ausgabe 7/8/2026
  • Wie sich an einer kleinen Insel die Zukunft der Weltordnung entscheiden könnte Taiwan und das Völkerrecht

    Unbestreitbar erfüllt Taiwan jene Kriterien, die im Völkerrecht als Voraussetzung eines Staates gelten: Staatsgebiet, Staatsvolk und effektive Staatsgewalt. Ob aber Taiwan sich gegenüber China auf das völkerrechtliche Gewaltverbot berufen darf, ist schwieriger zu bestimmen, denn Taiwan wird von China nicht als souveräner Staat anerkannt. Weil die Insel von 1683 bis 1895 zum Chinesischen Kaiserreich gehörte, bevor sie für 50 Jahre in japanischen Kolonialbesitz überging, beansprucht China sie als Teil seines Territoriums.

    Von Michael Koch/ Volker Stanzel | Ausgabe 7/8/2026
  • Warum manche Urteile in sozialen Medien als Statussymbole und Waffen dienen Diskussionen als Moralspektakel

    Im digitalen Raum muss man intensives Reputationsmanagement betreiben, denn alle Äußerungen können auf den Charakter hindeuten und falsch verstanden werden. Das macht moralische Vereindeutigung notwendig durch unmissverständliche Signale, zum Beispiel zur Einwanderung. Wer eine Mittelposition vertritt wie »Einwanderung ja, aber begrenzen«, riskiert, dass er falsch verstanden oder sogar aus einem der extremen Lager vereinnahmt wird (links: offene Grenzen, rechts: geschlossene Grenzen).

    Von Philipp Hübl | Ausgabe 7/8/2026
  • Gerade die Inhomogenität ist Ausdruck der Identität des Kontinents Europa im Plural

    Wenn man europäische Kultur hört, denkt man wahrscheinlich an Giacomo Puccini, Rembrandt oder Jean-Luc Godard, an Paris, München, den Prado in Madrid oder das Film­festival in Cannes. Die Adjektive, die sie beschreiben, sind raffiniert, intellektuell, demokratisch. Oder doch westlich und männlich? Kann man heute über die europäische Kultur überhaupt sprechen oder ist es ein Phantasma oder Anachronismus?

    Von Volha Hapeyeva | Ausgabe 7/8/2026
  • Die politische Mitte auf der Suche nach überzeugenden Mobilisierungstrategien im Wahljahr 2026 Wer macht die bessere Party?

    Warum scheint so wenig zu gelingen? Privat sind wir oft zufrieden, aber öffentlich extrem unzufrieden. Unsere politischen Akteure bemühen sich redlich, opfern sich für uns auf, arbeiten ununterbrochen an konkreten Lösungen, die wir aber häufig nicht mehr erkennen. Mittlerweile gehört auch Mut dazu, sich als Bürgermeisterin oder Abgeordneter im Straßenbild zu zeigen, denn sie sind unter Umständen verbalen und körperlichen Übergriffen ausgesetzt.

    Von Karl-Rudolf Korte | Ausgabe 7/8/2026

NG/FH auf Englisch

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Interview

»Die Antwort ist: gerechte Anstrengung«

Ein Gespräch mit dem Soziologen Heinz Bude über schlechte Stimmung und Wege aus der Ratlosigkeit

Interview

»Ich wünsche mir Respekt für das Recht, so wie es gilt«

Ein Gespräch mit Christina Morina über rote Linien und die Anpassung an die Mächtigen

Interview

»Der Generationenkonflikt wird überbetont«

Ein Gespräch mit dem Juso-Vorsitzenden Philipp Türmer über den Mangel an Visionen und den Sinn der SPD

Alle Interviews
Interview

»Sprachen sind ein Geschenk«

Ein Gespräch mit der Kulturmanagerin Lavinia Frey über Literatur aus der Welt, für die Welt

Weiter Artikal aus vergangenen Ausgaben

  • Die politische Mitte auf der Suche nach überzeugenden Mobilisierungstrategien im Wahljahr 2026 Wer macht die bessere Party?

    Warum scheint so wenig zu gelingen? Privat sind wir oft zufrieden, aber öffentlich extrem unzufrieden. Unsere politischen Akteure bemühen sich redlich, opfern sich für uns auf, arbeiten ununterbrochen an konkreten Lösungen, die wir aber häufig nicht mehr erkennen. Mittlerweile gehört auch Mut dazu, sich als Bürgermeisterin oder Abgeordneter im Straßenbild zu zeigen, denn sie sind unter Umständen verbalen und körperlichen Übergriffen ausgesetzt.

    Von Karl-Rudolf Korte | Ausgabe 7/8/2026
  • Über die neue Normalität des heißen Sommers und was wir noch immer nicht gelernt haben Schwitzen unter dem Brennglas

    Es gibt einen Moment im Hochsommer, den jeder kennt und den niemand beschreiben kann, ohne dabei leicht schuldbewust zu klingen. Es ist kurz nach acht Uhr morgens. Die Luft steht. Der Asphalt riecht bereits nach Nachmittag. Man hat die Nacht kaum geschlafen, das Laken wollte man haben und gleichzeitig nicht, und die erste Wahrnehmung des Tages ist noch vor allen Geräuschen ein Körpergefühl: Es wird wieder heiß. Zu heiß. Früher war das eine Klage. Heute ist es eine Diagnose.

    Von Frank Böttcher | Ausgabe 7/8/2026
  • Klimaschutz muss auch Vorsorge umfassenLetzter Weckruf

    Die Hitze ist längst da. Sie liegt über Städten, trocknet Böden aus, belastet Wälder, Flüsse und Landwirtschaft, gefährdet Gesundheit und Produktivität. Sie trifft ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und jene, die in schlecht isolierten Wohnungen leben oder im Freien arbeiten, besonders hart. Hitze ist damit nicht nur ein meteorologisches Phänomen, sondern eine soziale, wirtschaftliche und demokratische Herausforderung. Sie zeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist – aber auch, wie viel wir gewinnen können, wenn wir entschlossen handeln.

    Von Claudia Kemfert | Ausgabe 7/8/2026
  • Was eine neue sozialstaatliche Politik anpacken müssteAufbau – Umbau – Abbau

    Geliebt und gehasst: Die Debatte um die Leistungsverteilungen des deutschen Sozialsystems erhitzt oftmals die Gemüter. Ein Demokratiemonitor gibt Einsicht in die Stimmungslage gegenüber dem Sozialstaat – und zieht Konsequenzen.

    Von Wolfgang Schroeder | Ausgabe 5/2026
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